Um- und Einkehr in die Bildung

Im Rahmen der Ringvorlesung »Bildung – Eine Utopie?«
Das privatisierende Denken in »Um- und Einkehr in die Bildung
« referiert zunächst die Thesen aus den beiden vorhergegangen
Vorträgen »Die Unmöglichkeit des Bildungsstreiks und »Ein Versuch
über die Transzendentalität der Bildung« und setzt diese Gedanken
in ein Umfeld von systemisch-konstruktivistischer Pädagogik (Kersten Reich)
und dialogischem Prinzip (Martin Buber). In einer Besinnung
auf das Wesen des Daseins soll die transzendentale
Kritik zur Einkehr in den eingängigen Ausgang des abendländischen
Bildungsgedankens gebracht werden, um das Denken selbst
als Denken desselben in seinen Grund einzuleiten. Von dieser Tragfläche
aus wird der Auftrieb zur Betrachtung der Rolle der Lehrenden
im Bildungsbetrieb sowie der Schuldfrage des scheinbaren
Missstandes unseres »Bildungssystems« genutzt.

Referent: Dr. Werner Moskopp
Termin: Dienstag, 2. November 2010
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Kurt-Esser-Haus (Markenbildchenweg 38)

Reichtum als Fluch

Die Folgen des Kohleabbaus in der Catatumbo-Region (Kolumbien)

Nicht nur Bananen, Kaffee und Blumen kommen aus Kolumbien,
sondern auch Kohle. Zehn Prozent der 2007 in Kolumbien geförderten
Steinkohle wurden nach Deutschland exportiert und in Kohlekraftwerken
verfeuert. Im Catatumbo-Gebiet lagern noch geschätzte
300 Millionen Tonnen Kohle. Dieser Reichtum lässt gewaltige
Gewinne für ausländische Firmen erwarten. Für die in dieser
Region lebenden Bauern ist der Kohleabbau schon jetzt ein Albtraum.
Sie leiden unter der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen und
massiven Menschenrechtsverletzungen. Zwei Anwältinnen des
Anwaltskollektivs »Luis Carlos Pérez« und weitere Vertreter aus
der Region Catatumbo berichten an diesem Abend über die Situation
der Menschen in der Kohleregion Catatumbo und ihren Widerstand
gegen die rücksichtslose Ausbeutung der Bodenschätze.
In Zusammenarbeit mit dem Weltladen Koblenz.

Referent: Luis Carlos Pérez, Kolumbien
Termin: Mittwoch, 3. November 2010
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: KHG (Rheinau 12)

Werben fürs Sterben?

Wie die Bundeswehr an Schulen und Hochschulen tätig wird

Seit Jahren verstärkt die Bundeswehr ihre Präsenz an Schulen und
Hochschulen – offensichtlich in genau dem Maße, wie die Zustimmung
zum Afghanistan-Einsatz in der der Öffentlichkeit abnimmt.
Jugendoffiziere und Wehrdienstberater kommen direkt in den
Unterricht. Daneben nimmt die Bundeswehr aber auch über Unterrichtseinheiten, Lehrerfortbildungen, Freizeitaktivitäten mit Abenteuerflair sowie Seminaren mit dem Strategiespiel POL&IS Einfluss
in den Schulen. In diesem Jahr hat das Land Rheinland-Pfalz
mit der Bundeswehr einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, der
eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Jugendoffizieren
und deren Einbindung in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften
vorsieht. In dieser Veranstaltung werden die Aktivitäten der
Bundeswehr dargestellt und diskutiert.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Ev. Schulreferates Koblenz,
Pax Christi Koblenz und der Katholischen Hochschulgemeinde
Koblenz.

Referent: Michael Schulze von Glaßer, Kassel
Termin: Donnerstag, 4. November 2010
Zeit: 15:00–19:00 Uhr
Ort: Medienladen Koblenz im
Kurt-Esser-Haus (Markenbildchenweg 38)

Historische Bildung: gestern, heute morgen

Im Rahmen der Ringvorlesung »Bildung – Eine Utopie?«

‘Historische Bildung‘: gestern, heute, morgen

Der Vortrag rekonstruiert zunächst den Bedeutungswandel, den das Konzept ‚Bildung‘ seit dem 19. Jahrhundert durchgemacht hat. Anschließend werden die Befunde am Beispiel dessen konkretisiert, was man ‚historische Bildung‘ nennt. Am Ende geht es um die wahrscheinliche und mögliche Zukunft der Bildung. Im Zentrum des Vortrags steht das Plädoyer, Bildung als etwas zu begreifen, das von seiner eigenen Geschichte mehr bestimmt wird als von je aktuell formulierten Ansprüchen.

Referent: Prof. Dr. Christian Geulen, Universität Koblenz-Landau, Institut für Geschichte

Termin: Dienstag, 16. November 2010
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Kurt-Esser-Haus (Markenbildchenweg 38)

Ökumenischer Gottesdienst zum SemesterAnfang und -Ende auf dem Campus Metternich

Ökumenischer Gottesdienst zum SemesterANFANG
Mittwoch, 27. April 2011, 12:00 Uhr
Universität (Raum D 244)

Ökumenischer Gottesdienst zum SemesterSCHLUSS
Mittwoch, 20. Juli 2011, 12.00 Uhr
Universität (Raum D 244)

Vom afrikanischen Sozialismus zur Privatwirtschaft

Politik und Entwicklung in Tansania

Tansania galt einmal als Vorzeigemodell unter den Entwicklungsländern.
Unter dem legendären Präsident Nyerere wurde ein afrikanischer
Sozialismus entwickelt. Ziel dieses auch genanten »Ujammaa«-Sozialismus war eine Gesellschaft, die nach innen sozial gerecht sein sollte und nach außen sich um größtmöglichste Unabhängigkeit von der Weltwirtschaft bemühte. Dieser Versuch misslang. Tansania geriet in der Folgezeit in den Ruf, seine Ideale verraten zu haben. Globalisierung und AIDS haben neue Realitäten geschaffen. Heute berichten die Medien so gut wie gar nicht über
das ostafrikanische Land. Die spannende Frage bleibt: Hat sich
Tansania den weltwirtschaftlichen Zwängen unterworfen und angepasst,
oder versucht das Land immer noch, die alten Ziele mit
neuen Mitteln zu erreichen?

Die promovierte Afrikanistin Christiane Strauch Saalah arbeitet
seit fast 20 Jahren im »International Languages Training Center« in
Tansania.

Referentin: Christiane Strauch Saalah, Mwanza (Tansania)
Termin: Donnerstag, 18. November 2010
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: KHG (Rheinau 12)

Der vergessene Völkermord

Filmvorführung »La Isla – Archive einer Tragödie«
Gespräch mit dem Regisseur Uli Stelzner

Unfassbare 36 Jahre lang dauerte der Bürgerkrieg in Guatemala
(1960–1996). Zwischen 150 000 bis 250 000 Menschen (meist indigene
Zivilisten) wurden verschleppt und ermordet. Trotz dieser
Tragödie ungeheuren Ausmaßes sind die Verbrechen bis heute ungesühnt,
weil die Beweise für den Völkermord systematisch unterdrückt
wurden. Dies änderte sich erst, als im Jahre 2005 nach einer
Explosion in Guatemala-Stadt das geheime Archiv der Nationalpolizei
entdeckt wurde, in der die Verbrechen minutiös festgehalten
worden waren. Seit diesem Zeitpunkt hat sich eine Gruppe junger
Leute – die meisten von ihnen sind die Hinterbliebenen von Ermordeten
und Verschwundenen – daran gemacht, die 80 Millionen zum Teil zerstörten Akten zu sichten.
Der Filmemacher Uli Stelzner erhielt als erster Regisseur überhaupt
Zutritt zu dem Archiv. In manchmal beinahe poetisch anmutenden
Bildern macht Stelzner das Grauen und den Schmerz, aber auch die Aufbruchsstimmung und den unermüdlichen Kampf der Nachkommen der Guerilleros deutlich spürbar.

Referent: Uli Stelzner, Berlin
Termin: Donnerstag, 2. Dezember 2010
Zeit: 19.30 Uhr

Ort: KHG, Rheinau 12

Die autonome Hochschule

Im Rahmen der Ringvorlesung »Bildung – Eine Utopie?«

Es ist kaum möglich, eine Utopie zu entwerfen, die konkret und detailliert
beschreib3t, wie die zukünftige Welt auszusehen hat. Utopisches
Denken aber ist notwendig, um überhaupt praktische Verbesserungen
zu erzielen. Das gilt auch und vor allem für das Hochschulsystem.
Der Referent versucht Fortschritte zu einer demokratischeren
Hochschule zu benennen. Er geht dabei von Jaques Derrida aus. Der französische Philosoph hat in seinem kleinen Buch »Die unbedingte Universität« (2001) formuliert: »Was die Hochschule beansprucht, ja erfordert und prinzipiell genießen sollte, ist … das Recht, öffentlich auszusprechen, was immer es im Interesse eines auf Wahrheit gerichteten Forschens, Wissens und Fragens zu sagen gilt«.

Referent: Prof. Dr. Andreas Liebert
Termin: Dienstag, 14. Dezember 2010
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Kurt-Esser-Haus (Markenbildchenweg 38)

Kann man Gott lästern?

Die Schwierigkeit, religiösen Gefühlen und der Meinungsfreiheit gerecht zu werden

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Beschimpfung von Bekenntnissen,
Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen nach § 166 StGB (»Gotteslästerungsparagraph«) dann strafbar, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören. Aber auch jenseits des Straftatbestandes stellt sich die Frage: Darf man alles sagen bzw. darstellen? Was sind die Grenzen zwischen der Kritik an Religion und der Diffamierung von Gläubigen? Wie verhält sich die Meinungsfreiheit zur Religionsfreiheit? Diesen Fragen wollen
wir, anhand aktueller Beispiele, in einem Podiumsgespräch mit christlichen und muslimischen Vertretern nachgehen.

Ein Podiumsgespräch

Referenten: Dr. Raschid Bockemühl, muslimischer Publizist, Dortmund

Prof. Dr. Jürgen Boomgarden, Prof. für systemische Theologie in Koblenz
Termin: Montag, 17. Januar 2011
Zeit: 18:00 Uhr
Ort: Universität (E 313)

Und Gott sprach: Es werde …….

Theaterperformance zum biblischen Schöpfungsmythos

Mythen schaffen, im Gegensatz zu wissenschaftlichen Erklärungsmodellen,
Wahrheitswissen durch den performativen Akt des Erzählens.
Der biblische Schöpfungsmythos wiederholt die Poesie des Anfangs, die Leben als Geschenk begreift und zur Daseinsbejahung befähigt. Studierende des Instituts für Katholische Theologie der Universität Koblenz bringen den biblischen Schöpfungsmythos sprachlich neu gestaltet zur Aufführung.

Akteure: Studenten des Instituts der Katholischen Theologie
Regie: Dr. Marie Luise Reis
Termin: Freitag, 28. Januar 2011 – entfällt; verschoben auf einen späteren Zeitpunkt
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: CityKirche (Jesuitensplatz)