In Italien ist es per Gesetz seit 1982 möglich, Mafialand zu enteignen. Mittlerweile gibt es auf Sizilien und in Apulien mehrere landwirtschaftliche Kooperativen, die auf ehemaligem
Mafialand Hartweizen für Nudeln sowie Oliven, Gemüse und Wein anbauen. Die Produkte sind von sehr guter Qualität und in der Regel aus kontrolliert biologischem Anbau. Die eingezogenen Vermögenswerte der »Bosse« sollen ein Stück Wiedergutmachung sein für die Gewaltherrschaft
des organisierten Verbrechens und die von ihr verursachte wirtschaftliche Rückständigkeit. Wo (wie auf Sizilien) fast alle Arbeitsbereiche von der Mafia kontrolliert werden und damit nicht legal sind, soll vor allem jungen Menschen eine legale Arbeitsperspektive geboten werden. In Anspielung auf das von der Mafia befreite Land haben sich mehrere Kooperativen zur Marke Libera Terra zusammengeschlossen. Der Referent ist Pressesprecher von Libera Terra.
Referent: Francesco Galante, Palermo
Termin: Dienstag, 05. Juni 2012
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: KHG (Rheinau 12)
